16. Parallelereignisse

Messages

Als Carlo sein Handy zum ersten Mal seit Beginn des Fußmarschs in Frankreich wieder anschaltete, erhielt er vier Nachrichten seiner Mailbox.

Erstes Parallelereignis

Die erste Nachricht kam von seiner Schwägerin, deren Sohn Carsten, das frühere Herrchen Taskos, nun endlich nach zwei Jahren Wartezeit eine zusätzliche Rehabilitation in einer sehr guten Klinik bekommen sollte, die die Versicherungen ihm vorher aufgrund des Fahrens unter Alkoholeinfluss strikt verweigert hatte. Carlo wunderte sich, ob die Gebete, die langen Gespräche und Taskos Wanderung etwas mit dieser scheinbar zufälligen Fügung des Schicksals seines Neffen zu tun hatten, dachte aber nicht weiter darüber nach.
Erst nachdem er Monate später einmal in seiner alten Heimat zu Besuch war, Sylvie selbstverständlich mit dabei, erfuhr er, dass der Bescheid an dem Tag eintraf, als er parallel dazu in Spanien mit dem Pfarrer das Gespräch führte und um Heilung für Carsten gebeten hatte.

Zweites Parallelereignis

Die zweite Nachricht war von seiner Schwester, die von einer Erkrankung seines Vaters berichtete, die allen völlig unerklärlich vorkam.
Carlo wusste nichts dazu zu sagen, bis er ebenso bei dem Besuch in Deutschland erfuhr, dass die Erkrankung aufgekommen war, als er zeitgleich den anderen Pilgern die Geschichte vom Pointing Bone, dem Zeigeknochen erzählt hatte.
Heilung setzte erst ein, und auch dies rechnete Carlo genau aufgrund seines Tagebuches aus, als er die seltsame Dose mit dem braunen Sand und der Feder von Pietro erhielt.
Kundjana hatte ihn gewarnt, es nicht weiter zu sagen, es nicht anzuwenden und wenn doch, dann nur in der Gewissheit, dass es geschehen würde.
Er bat seinen alten Vater um Verzeihung obwohl dieser nicht wusste, warum eigentlich. Er sollte es nie erfahren.

Drittes Parallelereignis

Der dritte Anruf von seinem Bruder Franz verwundete Carlo. Erst als er die Zeiten gegen prüfte, stellte er fest, dass der Anruf seines Bruders genau dann gekommen war, als Carlo die Schmach des Gossenbruders hinter sich gelassen, und eine Freisprechung ihrer familieninternen Probleme beim Universum erbeten hatte.
Das war an dem Tag gewesen, als er zusammen mit seinem treuen Tasko dem Bettler am Ufer des Flusses begegnet war.
Der Gossenbruder hatte seine Energie richtig eingesetzt.

Viertes Parallelereignis

In der letzten Nachricht bestellte Nadja ihm, dass sie ihre Liebe für ihn ein für allemal in einem Feuerritual beenden wolle und sie von nun an gern Freunde sein könnten. Sie werde ihn zwar immer lieben, wünsche ihm und seinem Freund Tasko aber einen guten Weg.
Die Nachricht war an dem Tag der Wanderung aufgezeichnet worden, als Carlo den Steinhaufen in Form eines Herzes fand und selbst ein Feuerritual vollzogen hatte, um loslassen zu können.
„War es die Asche aus Nadjas Feuerritual, die ich unter dem Stein vorfand, als ich zurück gelaufen war um zu prüfen, ob mein Verstand mich endgültig verlässt? Tasko? Wir werden es nie erfahren, was Kumpel?“

Hier gehts nun zum letzten (17.) Kapitel: Die Erkenntnisse

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